Innere Ruhe finden: Wie Meditation und bewusste Techniken bei Stress und Angst helfen können
Kennst du das? Der Kopf rast, das Herz klopft, und die Gedanken überschlagen sich. In unserer hektischen Welt scheinen Stress und Angst manchmal unvermeidlich zu sein. Ich erlebe es in meiner Praxis täglich – immer mehr Menschen fühlen sich überwältigt, gestresst und von Ängsten begleitet. Doch ich habe eine gute Nachricht für dich: Es gibt wunderbare Wege zurück zu deiner inneren Ruhe!
Als Gestalttherapeutin und Yogalehrerin durfte ich über die Jahre hinweg so viele Menschen auf ihrem Weg begleiten und immer wieder erleben, wie kraftvoll die Verbindung von Körper und Seele sein kann. Heute möchte ich einige dieser Erfahrungen und Erkenntnisse mit dir teilen.
Der wundervolle Tanz zwischen Körper und Geist
Hast du schon einmal bemerkt, wie dein Körper auf Stress reagiert? Der Atem wird flacher, die Schultern ziehen sich hoch, vielleicht spürst du ein Ziehen im Magen. Unser Körper ist so klug – er reagiert sofort, oft schneller als unser bewusstes Denken.
Ich erinnere mich an eine Klientin, die immer wieder von einem unerklärlichen Druck in der Brust berichtete. Erst als wir gemeinsam forschten, entdeckten wir, dass dieser Druck genau dann auftrat, wenn sie in Situationen kam, in denen sie das Gefühl hatte, nicht „gesehen“ zu werden – eine Angst, die, wie so oft, bis in ihre frühe Kindheit zurückreichte. Durch behutsame Körperarbeit und einen tiefen Blick in die Muster, die sich durch ihre Lebensgeschichte gebildet hatten, konnte sie nicht nur verstehen, sondern auch spüren, was ihr Körper ihr mitteilte.
Dies ist der Zauber der Verbindung von Körper und Geist – dein Körper spricht ständig mit dir, und wenn du lernst, diese Sprache zu verstehen, öffnet sich eine Welt der Heilung. Der Kopf muss verstehen, der Körper muss es fühlen und erfahren, und du mit deinem ganzen Wesen diese Erfahrung verkörpern = Embodiment.
Meditation – mein persönlicher Anker
Ich gebe zu, auch ich habe Tage, an denen mein Kopf voller Gedanken ist und mein Herz unruhig. Natürlich ist das so. Wir sind Menschen, zum Glück ☺️. Was mich immer mehr rettet? Meine Meditationspraxis, meine Achtsamkeit, ganz wichtig : langsamer werden, Selbstfürsorge auf meine Art und Weise. Dinge, die mich wirklich nähren. Übungen, Erfahrungen, Verkörperungen. Ganz selbstverständlich, durch Übung stehen sie mir direkt zur Verfügung.
Meditation ist so viel mehr als nur still sitzen und „nichts denken“ (was übrigens ein großes Missverständnis ist!). Es ist vielmehr ein sanftes Nach-Hause-Kommen zu dir selbst. Wenn du regelmäßig meditierst, wirst du bald spüren, wie sich dein gesamtes System beruhigt:
- Dein Nervensystem kommt zur Ruhe, der Parasympathikus (unser „Entspannungsnerv“) wird aktiviert
- Stresshormone wie Cortisol werden weniger produziert
- Du lernst, dich selbst besser zu regulieren
- Deine Aufmerksamkeit wird geschult, und Gedankenspiralen verlieren ihre Macht
- Die Verbindung zu deinem Körper wird stärker und klarer
- du lernst dich immer besser kennen und lieben, weil du Verbindung zu dir Selbst herstellst
Ich liebe besonders, dass Meditation nicht nur etwas ist, das wir auf dem Kissen praktizieren. Du kannst diese achtsame Haltung mit in deinen Alltag nehmen – beim Geschirrspülen, beim Spazierengehen, sogar beim Warten an der Supermarktkasse. Es geht nicht um Perfektion oder darum, keine Gedanken zu haben, sondern darum, mit freundlicher Aufmerksamkeit bei dem zu sein, was gerade ist.
SOS-Hilfen bei akuter Angst – einfach, aber wirksam!
Kennst du diese Momente, in denen die Angst plötzlich übermächtig wird? Wenn das Herz rast und der Atem stockt? In solchen Momenten brauchen wir keine komplizierten Techniken – wir brauchen etwas Einfaches, das JETZT wirkt.
Hier sind meine liebsten Sofort-Hilfen, die ich sowohl selbst nutze als auch meinen Klienten mit auf den Weg gebe:
- Umgebung wechseln: Manchmal reicht es schon, einfach aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen. Oder dreh deinen Kopf, schau dich um – diese einfache Bewegung signalisiert deinem Nervensystem: „Ich orientiere mich, ich schaue, wo ich bin, ich vergewissere mich, dass keine Gefahr droht.“ Probiere es aus, es ist verblüffend wirksam!
- Wasser trinken: Ein Glas Wasser kann Wunder wirken! Es ist nicht nur das Trinken selbst, sondern der ganze Prozess – das Glas füllen, es in die Hand nehmen, spüren, trinken. All das stimuliert deinen Vagusnerv, unseren wunderbaren „Ruhenerv“. Ich habe immer eine Wasserflasche griffbereit, vor allem in stressigen Situationen.
- Mundmuskulatur bewegen: Klingt seltsam? Aber es funktioniert! Schmatze, gähne, strecke die Zunge heraus, mache die „Löwenatmung“ aus dem Yoga. Dein Mund und dein Vagusnerv sind eng verbunden – das ist der Grund, warum Babys durch Nuckeln beruhigt werden. Diese tiefe Weisheit können wir uns zunutze machen.
- Bewegung: Tanz durch dein Wohnzimmer, geh eine Runde um den Block, strecke dich – Bewegung löst aufgestaute Energie und setzt Glückshormone frei. Oft sage ich zu meinen Klienten: „Bewege dich, als wärst du ein Tier im Wald – folge dem natürlichen Impuls deines Körpers.“
- Selbstmassage: Eine meiner Lieblings-Sofort-Hilfen! Massiere sanft den kleinen Knorpel vor deinem Gehörgang (den Tragus) oder streiche mit den Fingern über deinen Nacken und Hals. Diese Bereiche sind reich an Nervenbahnen, die direkt mit deinem Vagusnerv verbunden sind.
All diese Techniken helfen dir, aus dem „Überlebensmodus“ herauszukommen und wieder in einen Zustand zu gelangen, in dem du klar denken und fühlen kannst. Sie sind wie kleine Rettungsanker im Sturm der Gefühle.
Nachhaltigkeit durch regelmäßige Praxis
So wirksam diese Sofort-Hilfen auch sind – für eine tiefe, nachhaltige Veränderung braucht es regelmäßige Praxis und ein liebevolles Erkunden deiner eigenen Muster. Es ist wie bei einem Musikinstrument – du kannst nicht erwarten, Beethoven zu spielen, wenn du nur einmal pro Monat übst.
Auf dem Weg zu mehr innerer Ruhe und Gelassenheit helfen dir:
- Das achtsame Erforschen deiner persönlichen Trigger
- Das Entwickeln eines feinen Gespürs für die ersten Anzeichen von Stress in deinem Körper
- Das Üben verschiedener Techniken zur Selbstregulation
- Das sanfte Integrieren von Achtsamkeit in deinen ganz normalen Alltag
Ich glaube fest daran, dass ein ganzheitlicher Ansatz, der sowohl den Körper als auch die Seele einbezieht, der Schlüssel zu tiefgreifender Veränderung ist. In meiner eigenen Praxis und in meinem Leben habe ich erfahren, wie kraftvoll diese Verbindung sein kann.
Lass uns gemeinsam tiefer gehen
Wenn du neugierig geworden bist und diese Techniken vertiefen möchtest, dann komm doch zu einer meiner Veranstaltungen! In einer Gruppe zu üben hat eine besondere Qualität – wir können voneinander lernen, uns gegenseitig unterstützen und die Erfahrung gemeinsam tragen.
Hier nur 2 Möglichkeiten in der nächsten Zeit, wo du tiefer für dich erfahren kannst. Weitere und alle aktuellen Termine findest du natürlich in meinem Event Kalender.
Meditationsabend – Ruhe und Frieden (nächster Termin am 10. April 2025)
An diesem Abend tauchen wir gemeinsam ein in verschiedene Meditationstechniken, chanten Mantren und üben achtsame Praktiken, die dir helfen, zur Ruhe zu kommen. Und keine Sorge – du musst kein Meditationsprofi sein! Der Abend ist sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Jeder macht so viel, wie es für ihn oder sie stimmig ist.
Seminar: Wege aus der Angst – Hilfe bei starken Gefühlen (nächster Termin 17. Mai 2025)
In diesem Tagesseminar gehen wir einen Schritt weiter. Du lernst wirksame Techniken zur Selbstberuhigung kennen und übst, wie du auch in Gegenwart anderer Menschen mit aufkommender Angst umgehen kannst. Wir schauen uns an, was deine persönlichen Trigger sind und wie du es schaffst, dich selbst zu beruhigen – ein wertvolles Werkzeug für dein ganzes Leben!
Der Weg zu mehr innerer Ruhe und einem selbstbestimmten Umgang mit Angst beginnt mit einem ersten Schritt. Manchmal ist es hilfreich, diesen Weg nicht allein zu gehen, sondern sich eine unterstützende Hand zu suchen – sei es in Form eines Kurses, eines Seminars oder einer therapeutischen Begleitung.
Ich freue mich darauf, ein Stück dieses Weges mit dir zu gehen!
Herzlichst, Deine Sandra
Sandra Schuh ist Gestalttherapeutin, EMDR-Therapeutin und Yogalehrerin. In ihrer Praxis verbindet sie psychotherapeutische Ansätze mit körperorientierter Arbeit und unterstützt Menschen dabei, ihren individuellen Weg zu mehr Leichtigkeit und Lebensfreude zu finden.